Beiträge vom März, 2009

Das Ende einer Ära

Donnerstag, 12. März 2009 11:32

Seit heute ist es offiziell:

BAU: Hausbauer Kampa meldet Insolvenz an

ZIESAR/POTSDAM - „Willkommen in der Zukunft des Wohnens“ hieß es gestern noch auf der Internetseite des Fertighausbauers Kampa. Doch seit dem Morgen ist diese Zukunft ungewiss. Um 11.06 Uhr verkündete die Firma aus Minden (Nordrhein-Westfalen) mit zuletzt 800 Beschäftigten in einer Ad-hoc-Mitteilung für die Börse: „Die Kampa AG und ihre Tochtergesellschaften sind zahlungsunfähig und haben ihre Zahlungen eingestellt.“ Der Vorstand werde „unverzüglich Insolvenzantrag“ stellen.

Werk in Ziesar betroffen

Davon ist auch die Tochter Kampa-Haus GmbH Ziesar (Potsdam-Mittelmark) mit 100 Beschäftigten betroffen. Zudem hängen etwa 60 Handelsvertreter an dem Werk „Momentan arbeiten wir noch“, sagte Betriebsleiter Richard Winkler der MAZ. „Doch es droht eine Hängepartie.“

Eigentlich sollte am Freitag kommender Woche eine außerordentliche Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung um rund drei Millionen Euro beschließen, doch möglicherweise hat der Großaktionär Triton nun vorher die Reißleine gezogen. Die wahren Gründe blieben gestern im Dunkeln. Es sei fraglich, ob das Aktionärstreffen noch stattfindet, sagte jedoch ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Denn der äußerst verschwiegene Finanzinvestor hat schon jetzt viel Geld mit Kampa verloren – insgesamt rund 55 Millionen Euro.

Aktienkurs stürzt ab

Neben mehreren Kapitalerhöhungen wurden 2006 rund 5,5 Millionen Aktien – das entspricht 55 Prozent – für sieben Euro das Stück gekauft. Gestern kostete das Papier am Morgen 1,60 Euro, nach Bekanntwerden der Insolvenz fiel sie zeitweise auf nur noch 0,10 Euro.

Bei Kampa heißt es zwar, man verfüge über einen „ordentlichen Auftragsbestand“, der Hausbau-Konzern hat aber 2008 einen Verlust von etwa 29 Millionen Euro eingefahren. 2007 waren es bereits 36 Millionen Euro Miese gewesen. Von zuvor 1000 Stellen waren bereits 200 gestrichen worden. (ast/bür)

aus der Märkischen Allgemeinen

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